DIY Schmuck// Mein erstes Mal… Schmuck basteln mit Schrumpffolie

Hi!

Eigentlich hätte der Titel des Posts auch gut folgender sein können: „Wie ich mich selbst gefährlich nahe an den Rand des Wahnsinns trieb“ Aber das verschreckt ja immer die Leser so 😉

Wie dem auch sei, es soll ja um den Inhalt gehen. Um ganz bei der Wahrheit zu bleiben, war dies nicht das erste Mal, dass ich überhaupt mit Schrumpffolie gearbeitet habe. Ich hatte knapp eine Woche vorher schon einen Anhänger für meine Schwester gemacht, der auch gut gelungen ist (den könnt ihr hier bei Instagram bewundern 😉 ). Ich wünschte, selbiges könnte ich auch von meinen ersten Versuchen der Kettenherstellung behaupten -.-

Aber von Anfang an (und wer sich das Elend nicht durchlesen will, scrollt einfach gleich zu den Bildern, ich fasse die Maße etc. nochmal für euch zusammen):

Ich habe um Ostern herum mal ein paar Videos von Alive4Fashion gekuckt und bin dabei irgendwie über folgendes gestolpert, in dem Elisa Kettenanhänger aus Schrumpffolie bastelt. Da war klar, dass ich sie bestellen muss 🙂 Bestellen deshalb, weil wir zwar einen recht gut ausgestatteten Schreibwaren-Laden im Dorf haben, der aber trotzdem halt kein Bastel-Laden ist und demnach keine Schrumpffolie führt.

Wie gesagt, damit habe ich als erstes einen kleinen Affenkopf-Anhänger für meine Schwester gebastelt. Und weil das so gut funktioniert hatte, wollte ich mich natürlich sofort an ein ungleich größeres Projekt wagen, denn schließlich hatte ich in einem YouTube-Video eine Halskette gesehen, die mir total gefallen hat, aber nirgends zu kriegen war.

Also habe ich mir überlegt, wie lang die Kette am Ende sein sollte und die einzelnen Glieder passend ausgerechnet (ich wollte größere und kleinere im Wechsel). Dabei muss man natürlich die Schrumpfrate der Folie im Kopf behalten und dass die einzelnen Teile ja ineinander gesteckt werden. So kam ich am Ende auf 12 große Glieder (9 x 4,5 cm) und 11 kleine (7 x 3,5 cm). Man malt einfach mit Bleistift auf die mattere Seite der Folie, den kann man dann nämlich wieder entfernen und hat keine Rückstände am Schmuckstück. Dann noch fix mit dem Locher in zwei der großen Glieder ein Loch gestanzt, damit später der individuell zu gestaltende Schmuckanhänger eingehängt werden kann.

DSC_0971

Natürlich kann man die einzelnen Glieder nicht ineinanderschieben, wenn da keine Lücke ist, daher haben die kleinen Glieder einen kleinen Schnitt bekommen. Leider ist der im Endeffekt zu großzügig ausgefallen, so dass es ein wahnsinniges Gefuzzel war, bis alles halbwegs gepasst hat und die großen Glieder nicht einfach wieder rausgerutscht sind. Nächstes Mal würde ich also auf jeden Fall nur ca. 2 mm ausnehmen und nötigenfalls mit einer Nagelfeile den Spalt verbreitern.

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Tja, und an dieser Stelle habe ich einen riiiiiiiiiieeesigen Fehler gemacht: Ich habe die einzelnen Elemente ineinander gesteckt und so in den Ofen getan. Anfangs hat auch noch alles halbwegs so ausgesehen, als sei das eine gute Idee… Dann nicht mehr. 😦 Wie ihr vielleicht schon wisst, krümmt sich Schrumpffolie nämlich ordentlich beim Schrumpfprozess und so haben sich die offenen Glieder ziemlich arg verbogen und sind dann leider auch noch mit den anderen verklebt. To cut a long story short: Nachdem ich mir ca. 100 Mal die Finger verbrannt hatte und das Ganze einfach nur immer schlimmer wurde, durfte ich die total miteinander verklebten Kettenglieder (von denen ich eins vor lauter Gewalt auch noch zerbrochen hatte) in den Mülleimer werfen.

Und dann alles nochmal von vorn. Prima, ne -.- Dieses Mal habe ich die großen und kleinen Glieder einzeln schrumpfen lassen (leider war mir beim ersten Versuch das Problem mit der zu breiten Lücke nicht aufgefallen, weil ich da einfach nur nen Schnitt in das kleine Glied gemacht hatte, reingeschoben hab ich die großen Glieder da ja im un-geschrumpften Zustand, wo sich alles noch ganz einfach biegen lässt).

Soweit hat dann alles gepasst, nur musste ich noch mehrfach nacharbeiten, damit die Lücken halbwegs klein genug waren. Dadurch sehen die kleineren Glieder jetzt halt etwas verbogen aus und außerdem durchsichtiger, weil durch das häufige Erhitzen der matte Effekt immer mehr verloren geht. Aber gut, Individualität und so 🙂

Jetzt sitze ich eigentlich nur noch vor dem Problem, dass ich nicht weiß, wie ich die Löcher in meine Schmuckanhänger kriegen soll, weil ja ein Locher immer nur ca. 1 cm vom Rand locht und nicht weiter innen. Wenn ihr also gute Ideen habt (und Lochzange fällt schon flach, weil die so dünnes, relative hartes Material nicht locht), immer her damit, ich wäre euch auf ewig dankbar. 🙂

Kette_Schrumpffolie1

So sieht das Ergebnis vorerst noch aus:

Kette_Schrumpffolie

DSC_1071

Zusammenfassung:

Was ihr braucht:

  1. 2 DIN A 4-Bögen Schrumpffolie
  2. Bleistift, Radiergummi, Lineal, Schere und Nagelschere, Locher
  3. Karabiner-Verschlüsse und Biegeringe
  4. bunte Perlen und Perlonfaden

Maße (siehe Muster): für eine ca. 57 cm lange Kette

9 x 4,5 x 1,2 cm (12 x)

7 x 3,5 x 0,8 cm (11x)

Vorgehen:

  1. Vorlage auf matte Seite der Schrumpffolie übertragen (geht durch einfaches Abpausen)
  2. Muster ausschneiden (für innen am besten eine Nagelschere nehmen und aufpassen, dass die Folie nicht einreißt), in zwei große Kettenglieder jeweils in schmale Seite ein Loch stanzen (ca. 4-5 mm)
  3. in die Längsseite der kleinen Kettenglieder ca. 1-2 mm breiten Schnitt machen
  4. alle Elemente im Backofen bei ca. 150 ° C schrumpfen und auskühlen lassen, gegebenenfalls mit hitzebeständigem glatten Gegenstand flachdrücken (dabei müssen sie weich sein, sonst Bruchgefahr!)
  5. Glieder ineinander stecken (Glieder mit Loch ans Ende)
  6. Karabiner mit Biegeringen an den Enden befestigen
  7. Schmuckanhänger befestigen (mehr dazu demnächst)

Voilá!

 

Wie gefällt euch meine Kette? Oder ist euch das zu „individuell“ und ihr kauft euch lieber gleich eine fertige?

 

Liebe Grüße

Nathalie

 

14 Gedanken zu “DIY Schmuck// Mein erstes Mal… Schmuck basteln mit Schrumpffolie

  1. Liebe Nathalie, deine Gliederkette ist toll geworden! Das behalt ich auf jeden Fall mal in Erinnerung. Möchte auch gerne noch etwas mit Schrumpffolie experimentieren und auch gerne Schmuck und Kettenglieder machen. Dank dir weiss ich ja jetzt schon mal, wie ich es nicht machen soll 😉 Kleiner Scherz 🙂 Ich wäre wahrscheinlich auch durchgedreht an deiner Stelle. So eine wellige Kette wäre auf jeden Fall ein sehr spezielles Unikat geworden 😉 Für dein Problem mit dem Lochen in der Mitte hab ich leider keine Lösung. Kann man die Folie mit einem Cutter oder Skalpell schneiden? Oder vielleicht mit der Bohrmaschine oder sowas? Jedenfalls fröhliches Weiterwerkeln! Liebe Grüsse, Nadia

    • Dankeschön 🙂

      Ja, haha, genau so war das ja auch gedacht. Damit ihr nicht auch alle dem Wahnsinn anheim fallt 😀

      Die war ja nicht nur wellig, sondern in sich auch noch total verbogen bzw. die Kettenglieder waren dann offen und irgendwann halt auch noch total verpappt. Einfach ein Bastel-GAU 😀

      Cutter wäre noch ne Idee, nur müsse ich damit halt ein rundes Loch hinkriegen… trau ich mir irgendwie nicht zu. Ein verstellbarer Locher wäre prima, muss wohl aber noch erfunden werden. Mmhhh. Bohren lass ich lieber sein, am Schluss hab ich mir dann 5 Löcher in die Hand gebohrt und sonst nix 😉

      Danke, dir dann auch, ich bin schon gespannt, was du dann Schönes damit zauberst.

      Liebe Grüße

  2. Immerhin kann man mit so einem Bastel-Gau witzige Beiträge posten und man bewahrt Andere vor dem gleichen Grauen…. hat also auch gewisse Vorteile… 😉
    Einen verstellbaren Locher würd ich auch mit Handkuss kaufen…
    Mit einem Cutter würd ich mich vermutlich auch nicht getrauen, dann vielleicht doch besser ein Skalpell. Ich hab kürzlich bei einem Scherenschnitt mit Skalpell gearbeitet und war erstaunt wie gut die Linien geworden sind. Obs mit Schrumpffolie geht, keine Ahnung. Aber vielleicht kann man da kleine Unregelmässigkeiten auch noch weigfeilen oder so…. ich denke, ich probier das mal aus 🙂
    Wünsch mir Glück!

    • Stimmt auch wieder 😉 Hat ja auch immer alles zwei Seiten.

      Ich arbeite mal an der Herstellung, scheint tatsächlich ein Nischenprodukt zu sein 🙂 Das mit dem Cutter müsst ich halt mal ausprobieren, könnte sogar funktionieren.

      Ich denk an dich, tu dir nicht weh! 🙂

      LG

  3. So Versuch abgeschlossen und alle Finger noch dran 😉 Man kann wirklich mit dem Cutter/Skalpell Formen aus der Folie schneiden. Runde Formen sind schwieriger, schätze da braucht es etwas Übung. Ich habs jedenfalls nicht so schön gleichmässig hinbekommen aber eckige Formen gehen ganz gut. Einfach ein Schneide-Lineal anlegen und mit 2-3 Schnitten vorsichtig ritzen, bis es durch ist. Liebe Grüsse, Nadia

  4. Die Kette ist wirklich toll! Ich finde Schrumpffolie ist ein geniales Material. Zum lochen bieten sich Schlag- / Locheisen an. Ich kenne die schon seit meiner Kindheit aus Papas Kellerwerkstatt. Diese Eisen kommen wohl aus der Lederverarbeitung, sind aber meines Wissens in jedem Baumarkt zu bekommen. Da sie aus Metall sind halten sie ein Leben lang und man bekommt mit dem Eisen und einem Hammer eigentlich überall Löcher rein! 😉 Gibt’s auch beim großen Onlineversand mit A.

    Liebe Grüße
    Ute

    • Danke, liebe Ute 🙂

      Der Tipp ist gut, danke dafür, leider hat das mit dem Locheisen bei der Folie nicht funktioniert. Außer einem Haufen Krach ist nix dabei rausgekommen 🙂 Vielleicht liegt’s aber auch an der Unterlage oder meiner fehlenden Kraft 😉

      Liebe Grüße

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